Ohne jemanden seiner Illusionen berauben zu wollen: Der grösste Trugschluss vieler Bands ist, dass man (erst) mit einem Plattenvertrag jemand ist und das höchste aller Ziele erreicht hat. Dem ist leider nicht so. Es
gibt Plattenfirmen und Plattenfirmen. Das reicht vom Einmannbetrieb eines
engagierten Szenekenners bis zum Multi-Unternehmen mit 200 Angestellten.
Beide nennen sich Label und haben eigentlich dieselben Pflichten und Ziele.
Nur die Mittel und Kontakte unterscheiden sich gewaltig. 1. "Independent Labels" (z.B. RecRec, Disctrade, Tudor) 2. "Major Labels" (z.B. BMG, Warner, Sony, Universal) Das
Hauptproblem in der Schweiz liegt darin, dass Majorlabels oftmals einfache
Ableger ihrer Mutterfirma im Ausland sind und sich auch hauptsächlich
auf das Verkaufen von ausländischen, weltweit laufenden Mega-Acts
beschränken. Nach dem Motto: Schweizer Musik braucht/will im Ausland
niemand, doch die Schweiz braucht ausländische Musik". Independent
Labels sind im Vergleich zu Major Labels oftmals idealistischer, begeistern
sich auch für neue Stile und Bands, die nicht zum Mainstream gehören,
schaffen es aber selten den nötigen Aufwand zu betreiben um eine
Band richtig zu vermarkten. Und selbst bei Indies sollte man sich keine
falschen Hoffnungen machen. Je erfolgsversprechender die Band und je weniger
Aufwand sie mit sich bringt, desto grösser die Chance auf einen Plattendeal. Deshalb: Merken! Ein günstiges Demo ist ein guter Weg zu Auftritten zu kommen; für einen Plattenvertrag lohnt es sich ein wenig länger zu warten, sparen und feilen, bis man sich ein komplettes Album leisten kann. Viele Bands kreieren für ihre CD's, die sie selber Pressen lassen, ein eigenes Label. Meistens ist nicht mehr dahinter, als ein Name und ein Logo. Natürlich sieht das Backcover etwas leer aus ohne die Logos der Plattenfirmen, Managements und Vertriebe, die die CD's von internationalen Bands zieren. Allerdings kann man mit einem eigenen Fake-Label höchstens ein paar hundert Leute beeindrucken, die davon ausgehen, dass ein solches Label wirklich existiert. Wenn man vor hat mit der selbstproduzierten CD auf Label-Fang zu gehen, kann ein bereits vorhandenes Logo schlimmstenfalls auch negativ sein. Ein richtiges Label ist eingetragen und vergibt Label-Codes an ihre Produktionen. Diese vereinfacht den Verwertungsgesellschaften die Abrechnung und ermöglicht eine genaue Erfassung der Sendeminuten. Ausserdem zeigt ein Labelcode den Radiostationen, dass sie die Songs spielen dürfen. In der Schweiz ist ein Labelcode nicht dringend notwendig, auf dem deutschen Markt dagegen schon.
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